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  Kunst in ihrer Vielfalt ist die freie Interpretation allen Lebens. Schranken setzt nur die Rezeption der Kunst durch den Menschen. In Architektur und Design ist diese Einschränkung gerechtfertigt durch den Auftrag der notwendigen Funktionalität, der Brauchbarkeit. Diese Funktionalität gilt es, künstlerisch zu gestalten. Kunst und Funktion bilden einen wechselseitig differenzierten Prozeß. Besondere Bedeutung dabei hat die Form. Im Kontext unserer Zeit jedoch folgt die Form der Funktion ohne künstlerische Durchdringung, Funktionelles ist nicht geformt, besitzt keinen Gestaltungswert. Formal legitime Mittel werden übermäßig reduziert auf Gerade und Bogen. Die Form verleugnet sich oder stülpt sich funktionellen Anforderungen nur über. Die Form wird auf einen Minimalismus ausgezehrt, sie wird definiert mit Weglassen, ein „dem - leeren - Raum - überlassen“. Mit dem gedanklichen Fortführen von Linien als Aufgabe des Betrachters ist das Auge des Rezipienten überfordert, es kommt zu keinem Gestalt-Gedanken, zu keinem Objekt-Sujet.
 
   
 
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Darin liegt mein Arbeitsansatz. Ich arrangiere Funktion und Form im gestalterischen Prozeß zur Gestalt umfassender Bedeutung, nach Inhalt und Ausdruck, als sinnenfällig wahrnehmbares und als rational wie emotional annehmbares Werk. Von Fall zu Fall, je nach Anforderung der Aufgabe, variiert die Gestalt ihre Mittel, sie akzentuiert, betont zum Beispiel das Konstruktive oder die Kunstform oder den erzählerischen Leitgedanken und schließt auch formale Abstraktion ein. Wichtig dabei ist die formale Spannung. Sie kennt durchaus auch die reduzierte Linie und Struktur, verbindet die Reduktion jedoch mit gestalterischer Progression, u.a. durch ein Assortiment an Details, das Spannung erzeugt und den Grundgedanken, die Idee des Ganzen, stimuliert. Dabei soll die Sache auch den Sinnen erquicklich, dem Auge erfreulich sein. Man soll seinen Spaß daran haben, soll dem Spiel auch der kleinteiligen Form folgen können. Die Gestaltung soll animieren, mit ihr vielfältig in Kontakt zu treten, das Geschaffene anzufassen und damit zu erfassen – sich mit ihm zu identifizieren. Diese Identifikation zu bewirken, ist für mich der künstlerische Auftrag, die Gestaltungsaufgabe – in Zusammenarbeit mit dem Auftraggeber und für potentielle Interessenten.